Die Wirtschaft des Cannabis in Europa

25.01.2026
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Europas Cannabis-Markt wächst schnell und wird leise zu einem Milliarden-Euro-Geschäft. MMJ Daily hat veröffentlicht die wichtigsten Zahlen hinter Europas Cannabis-Markt.

Cannabis-Blätter über Euro-Banknote

Der Haupttreiber ist Deutschland

Deutschland ist der größte medizinische Cannabis-Markt in Europa, mit einem Wert von mehr als €670 Millionen im Jahr 2025 und einer erwarteten Größe von etwa €1,3 Milliarden bis 2029. Die Importe verdoppelten sich 2024 auf 72.000 kg, hauptsächlich aus Kanada, Portugal und Dänemark, während lokale Anbauer unter einem Lizenzsystem expandieren.

Mehr Angebot drückt die Preise: Der durchschnittliche Preis pro Gramm Marihuana fiel innerhalb eines Jahres von €10 auf €7, obwohl Cannabisblüten immer noch rund 86% der Produkte ausmachen. Gleichzeitig sind mehr als 230 Cannabis-Clubs nach dem deutschen CanG-Gesetz aktiv, und 28 Bezirke in 10 Bundesländern haben Anträge für Adult-Use-Pilotläden gestellt.

Großbritannien: Wachstum durch Digitalisierung

Großbritannien ist der zweitgrößte medizinische Cannabis-Markt in Europa, mit einem Wert von mehr als €300 Millionen und einer erwarteten Größe von etwa €630 Millionen bis 2029. Mehr als 30 Telehealth-Plattformen helfen Patienten, Rezepte online zu erhalten, wodurch digitaler Zugang zentral für das System wird.

Die Cannabis-Importe bleiben hoch und stiegen von unter 3 Tonnen vor 2022 auf 15 Tonnen im Jahr 2024. Auch der lokale Anbau holt auf.

Die durchschnittlichen Blütenpreise bleiben stabil bei etwa €8 pro Gramm, was auf starke Nachfrage trotz wachsendem Angebot hinweist. Analysten bemerken, dass der Markt vom Nischen- zum Mainstream-Markt wird und Platz für globale Marken und lokale Akteure schafft.

Polen, Dänemark, Tschechien: Exportstärke

Polen ist zum viertgrößten medizinischen Cannabis-Markt in Europa geworden, prognostiziert mit €72 Millionen im Jahr 2025, unterstützt durch Telemedizin und neue Produktzulassungen. Die Tschechische Republik hat die Exporte stark erhöht und 2024 nach Aktualisierung der Anbauregeln 1.300 Kilogramm nach Deutschland geliefert.

Dänemark hat sein Pilotprogramm zu einem dauerhaften Programm gemacht und 2024 mehr als 7 Tonnen medizinisches Cannabis nach Deutschland exportiert. Gemeinsam bauen diese Länder eine starke Exportbasis auf, die Europas größte medizinische Märkte versorgt.

Schweiz: Legalisierung im Test

Die Schweiz führt einige der fortschrittlichsten Adult-Use-Versuche durch. Seit 2023 haben ihre Pilotprojekte mehr als 10.000 Teilnehmer in sieben Studien aufgenommen. Erste Ergebnisse zeigen keinen Anstieg des Gesamtkonsums, aber Teilnehmer berichten von sichereren Produkten und geringerer Abhängigkeit von illegalen Märkten.

Die Verkäufe aus den Pilotprojekten sollten bis Ende 2025 etwa €24 Millionen erreichen. Ein Gesetzentwurf zur landesweiten Legalisierung ist bereits im Schlüsselkomitee verabschiedet worden, mit einer Endabstimmung für 2026 geplant, was die Schweiz zu einem der wichtigsten Länder in Europas Cannabis-Geschichte macht.

Über ganz Europa wird Cannabis durch neue Regeln, steigende Patientenzahlen und wachsende Exporte neu geformt. Deutschland und Großbritannien führen den medizinischen Markt an, Polen, Dänemark und die Tschechische Republik bauen Exportstärke auf, und die Schweiz testet, wie eine vollständige Legalisierung aussehen könnte. Gemeinsam zeigen sie, wie schnell sich Europas Cannabis-Wirtschaft verändert — und wie viel größer sie in den nächsten Jahren werden könnte.

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